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Ted Hughes: Eine Biografische Skizze

(Click here for Bio-/Bibliographical Sketch in English)

Blick auf Mytholmroyd

[ Blick von Scout Rock auf Mytholmroyd; Klicken sie auf das Bild, um eine größere Version zu sehen (pop-up) ]

Ted Hughes stammt aus dem Städtchen Mytholmroyd [sprich: »mai-tholm-roid«] in West-Yorkshire, wo er am 17. August 1930 als jüngster von drei Geschwistern geboren wurde. Mytholmroyd liegt in einem Tal zwischen den eindrucksvollen, kahlen, grünen Bergen der Yorkshire Moors mit ihren verstreuten Farmen und Farmruinen. Die ersten sieben — und, wie er sagte, prägendsten — Jahre seiner Kindheit verbringt er in dieser Landschaft. Es ist eine Zeit, während der er vor allem unter dem Einfluß seines zehn Jahre älteren Bruders Gerald steht, der Wildhüter oder Großwildjäger werden will. Die Brüder teilen eine Leidenschaft für Jagen, Fallenstellen, Angeln, so daß Ted schon früh einen sehr intensiven Kontakt zur der Natur entwickelt, die ihn umgibt [siehe »Der Felsen« in Wie Dichtung entsteht].

Ted Hughes' Geburtshaus

[ Ted Hughes' Geburtshaus in der Aspinall Street Nr. 1; Klicken sie auf das Bild, um eine größere Version zu sehen (pop-up) ]

Im Alter von etwa elf Jahren (die Familie ist inzwischen nach Mexborough umgezogen) beginnt er zu schreiben — Abenteuergedichte, die stark an die Geschichten früher Comics angelehnt sind. Er liest viel. Einerseits alles, was er zu seinem Hobby, Jagen und Tieren Nachstellen finden kann, aber natürlich auch Comics und Gedichte, Märchen, Legenden und Mythen, die Bibel.

Irgendwann entdeckt seine Lehrerin unter den Gedichten, die er ihr zeigt, eine Zeile, die sie in ihrer Intensität überrascht. »Das ist ... echte Lyrik«, meint sie. Und schnell merkt er, daß Schreiben das ist, was er mal tun will.

View of Mytholmroyd - Click to enlarge

[ Die Moors oberhalb von Mytholmroyd; Klicken sie auf das Bild, um eine größere Version zu sehen (pop-up) ]

In den fünfziger Jahren studiert Ted Hughes in Cambridge. Das Anglistikstudium empfindet er bald als lähmend. Er hat das Gefühl, daß die vielen Essays, die er schreiben muß, seine Kreativität abtöten, und er wechselt den Studiengang (zu Archäologie und Anthropologie), wobei der letzte Auslöser dafür ein Traum ist [siehe »Der verbrannte Fuchs« in Wie Dichtung entsteht].

In Cambridge lernt Hughes 1956 auch die amerikanische Dichterin Sylvia Plath kennen. Und schon nach wenigen Monaten heiraten die beiden. Plath führt Hughes in ihr eigenes, straff organisiertes System des Manuskripte Einreichens ein, wird seine Agentin und schickt auch das Manuskript für sein erstes veröffentlichtes Buch zu einem Wettbewerb ein. Aus über 280 Einsendungen wählt die Jury The Hawk in the Rain [Der Habicht im Regen], das kurz darauf in den USA und in Großbritannien veröffentlicht wird.

Bible Doodles - Click to enlarge

[ Kritzeleien in Hughes' Grammar School-Bibel (Ted Hughes Library); Ein ausführlicherer Bericht zu den von der Emory University erworbenen Büchern aus Hughes privater Bibliothek hier (English). Bildmaterial mit frndl. Genehmigung der Emory University Library © Emory University Library ]

Gemeinsam versuchen die beiden jungen Dichter, zu den Quellen ihrer Kreativität vorzudringen, und sie beeinflussen sich nachhaltig. Für eine Zeit leben und arbeiten Plath und Hughes in den Vereinigten Staaten, später wieder in Großbritannien, wo sie sich in Devon niederlassen. Zwei Kinder, Frieda und Nicholas, werden in dieser Ehe geboren, doch nach sechs Jahren gerät eben diese Ehe endgültig in die Krise und Hughes und Plath trennen sich. Hughes geht mit seiner neuen Partnerin nach London, und auch Sylvia Plath zieht schließlich mit den Kindern wieder nach London zurück. Es ist während dieser Zeit der Trennung und Krise, daß sie jene Gedichte schreibt, die posthum ihren Ruf als Dichterin begründen sollten.

Baeume

Im Februar 1963 nimmt sich Sylvia Plath das Leben.

Ted Hughes nimmt die Kinder zu sich. Und während er nach Sylvia Plaths Tod für mehrere Jahre keine Bücher für Erwachsene veröffentlicht, erscheinen mehrere Kinderbücher. Auch kümmert er sich um die Veröffentlichung von Sylvia Plaths Werk, wobei er immer das Gefühl hat, auf einer Gradwanderung zu sein zwischen dem Schutz der eigenen Privatsphäre, der seiner Kinder und der anderen Hinterbliebenen und der adäquaten Präsentation ihres Werkes [siehe z.B. »Sylvia Plath veröffentlichen« in Wie Dichtung entsteht]. Das führt zu einigen problematischen, aber nicht unverständlichen Entscheidungen, die von den Medien jedoch schnell ausgeschlachtet werden.

Crow - Cover vinyl lp

[ Crow – Umschlagdesign von Barrie Cooke, 1972 Vinyl Doppel-LP ]

In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre erscheinen dann auch wieder Bücher für Erwachsene. Die kleine Familie scheint zur Ruhe zu finden und in der Beziehung mit Assia Wevill wird 1967 eine Tochter geboren, Shura. Hughes beginnt mit Entwürfen für den Fragment gebliebenen Zyklus Crow [Krähe. Aus dem Leben und den Gesängen der Krähe], der ihn als Dichter über Großbritannien hinaus bekannt macht. Er arbeitet mit dem britischen Regisseur Peter Brook an Theaterprojekten, und sein wohl bekanntestes Kinderbuch erscheint: The Iron Man [Der Eisenmann].

Doch reißen die tragischen persönlichen Verstrickungen nicht ab. 1969 nimmt seine Partnerin Assia sich selbst und der gemeinsamen Tochter Shura das Leben.

The Iron Man - Book cover

[ The Iron Man – frühe Ausgabe mit einem Cover von George Adamson ]

In den folgenden Jahren zieht sich Hughes mehr und mehr zurück. Er heiratet erneut und läßt sich mit den Kindern schließlich wieder in Devon nieder. Zusammen mit seinem Schwiegervater widmet er sich der Farmarbeit. Und natürlich schreibt er. Zwischen 1970 und dem Anfang der achtziger Jahre entstehen so mehr als zehn eigenständige Bücher für Kinder und Erwachsene sowie eine Vielzahl von Einzelveröffentlichungen.

1984 wird Hughes zum Poet Laureate, zum Hofdichter, ernannt — eine Position, die er verstärkt nutzt, um Themen, die ihm wichtig sind, an eine breitere Öffentlichkeit zu tragen. Besonders herauszuheben wären dabei sein Engagement, der verheerenden Umweltverschmutzung entgegenzuwirken, sein Einsatz für eine umfassende und sorgsame Erziehung der Kinder, die auch die Phantasie nicht außer Acht läßt, und für Kinderliteratur.

Cave Birds - book cover

[ Cave Birds, 1979 – Umschlag: Leonard Baskin ]

Schon früh begreift Hughes Literatur (und Kunst) als etwas, das ›heilen‹ kann, helfen, innere und äußere Konflikte sichtbar zu machen und sie zu lösen. Er war überzeugt, daß dies sowohl im Dichter / Künstler selbst, wie auch im Zuhörer geschehen kann: Sofern der Dichter / Künstler einen Konflikt in einem Werk angesprochen oder ausgetragen hat, werden seine Ansätze und Lösungen oder sein Scheitern durch das Werk sprechen.

Anfang der neunziger Jahre schreibt Hughes an einer gewaltigen Studie zu Shakespeare, widmet sich dem Schreiben und der Korrektur von Essays (z.B. für Winter Pollen). Doch wieder spürt er, daß diese Art von Arbeit ihn auslaugt, daß sie ihn letztlich zerstört. Er versucht, sich durch Übersetzungen ›klassischer‹ Texte (z.B. Ovid und Racine) zu lösen.

Birthday Letters - book cover

[ Birthday Letters, 1998 – Umschlag mit Ausschnitt aus einem Bild von Frieda Hughes ]

1998 dann erscheinen die Birthday Letters: 88 Gedichte, die sich entweder direkt auf Gedichte von Plath beziehen und / oder auf Ereignisse in der Beziehung der beiden Dichter. Obwohl Hughes seit mehreren Jahren Gedichte aus dem Kontext der Birthday Letters hier und da veröffentlich hatte (zum Teil in streng limitierten Ausgaben), kam der Band kam recht überraschend. Denn nachdem er in den siebziger Jahren sogar für Plaths Selbstmord verantwortlich gemacht worden war und die öffentlichen Debatten um Plaths Leben und Werk und darum, wie es veröffentlich werden sollte, eskalierten, hatte sich Hughes mit Äußerungen zu Plath weitgehend zurückgehalten.

In den Birthday Letters nun kehrt Hughes zurück in die glückliche und schwierige Zeit der Beziehung mit Sylvia Plath, bewertet, beschwört und sucht zugleich Versöhnung. Sie sind, abgesehen von verschiedenen Übersetzungen, sein letztes, zu Lebzeiten veröffentlichtes Werk.

Am 28. Oktober 1998 starb Ted Hughes an Krebs.

 

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